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Alles bleibt im Kreislauf

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In den vergangenen Jahren hat der Begriff „Circular Economy” eine längst überfällige, zunehmende Verbreitung gefunden und auch das Bauwesen erreicht.

Das global verbreitete lineare Wirtschaftssystem beruht auf einem Leben auf Pump. Es basiert auf der Verwendung von endlichen Ressourcen und führt dazu, dass durch zunehmenden Konsum und Bevölkerungswachstum die Ressourcen immer knapper werden, die Umweltprobleme sich stetig verschärfen und die globale Ungerechtigkeit drastisch zunimmt.

Statt also wie bisher Ressourcen ungeachtet ihrer Endlichkeit abzubauen und sie nach einer kurzen Nutzungsphase wieder zu entsorgen, sollten wir den Fokus auf den Erhalt der Qualität und die dadurch mögliche Kreislaufführung zwischen den Phasen der Herstellung und der Nutzung legen.

Die Vorteile einer kreislauffähigen gegenüber der linearen Wirtschaftsweise hat die Europäische Kommission auch ins Zentrum ihres European Green Deal gesetzt, dem strategischen Plan, der Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent verhelfen soll. Besonders im Baubereich lassen sich in allen Ländern enorme Verbesserungen für Umwelt, Menschen und Wirtschaft erreichen. Das heutige Handeln im Bau- und Immobilienbereich ist überaus ressourcenverschwendend und emissionsintensiv, häufig wenig auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet und sogar vielfach gesundheitsschädigend. Zudem stärkt es nicht lokale Märkte, und nicht selten werden aus mittel- und langfristiger Perspektive unnötige Kosten verursacht.

Das Konzept der Circular Economy

Die Circular Economy basiert auf dem Cradle-to-Cradle Prinzip und wurde durch die Ellen MacArthur Foundation weitergehend in drei Handlungsfeldern konkretisiert:

  1. Endliche Ressourcen wertschätzen und deren Bestände und Stoffströme kontrollieren, Nutzen dematerialisieren, erneuerbare Rohstoffe nutzen, endliche Ressourcen ersetzen und genutzte wiedergewinnen.
  1. Rohstofferträge erhöhen, indem Kreisläufe geschlossen werden, wobei die höchstmögliche Wertigkeit der Rohstoffe stets erhalten bleibt. Kreisläufe schließen, Nutzen teilen, Nutzen statt Besitzen, Lebensdauer verlängern, Produkte reparieren, Werkstoffe wiederverwenden, aufbereiten, rezyklieren, Abfälle vermeiden. Hierbei werden die Produkte in einen technischen und einen biologischen Raum bzw. Kreislauf kategorisiert. 
  1. Über die konsequente Berücksichtigung von Externalitäten die Effektivität des Systems sicherstellen. Externe Folgen für Mensch (z. B. Gesundheit, Gerechtigkeit) und Umwelt (z. B. Schadstoffe, Emissionen) konsequent einbeziehen.