Im Jahr 1997 hatte nur jeder vierte Neuwagen eine Klimaanlage, werden heute nahezu alle neuen Autos damit ausgerüstet. Heute verzichtet kaum noch ein Autofahrer freiwillig darauf. Kühle Temperaturen an heißen Tagen – diesen Komfort werden immer mehr Menschen auch für ihre Büros und Wohnungen einfordern. Besonders in den nächsten Jahren, wenn durch die Klimaerwärmung mit mehr heißen Tagen zu rechnen ist bzw. vor allem in heißen und tropischen Regionen die Urbanisierung weiter voranschreitet. Kurzum: Der Bedarf an Klimakälte wird global extrem ansteigen.

Dafür sorgen auch Faktoren wie eine veränderte Bauweise mit zunehmend verglasten Gebäuden, ungeachtet ihres städtebaulichen Kontexts oder der klimatischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Verglaste Gebäude gelten als modern und prägen zunehmend die Skyline unserer Städte überall auf der Welt. Schreitet die Digitalisierung voran, wird dafür ebenfalls mehr Kühlung für Bürotechnik und Serverräume nötig sein. Für die Klimaanlagen werden immer mehr Energie und Kältemittel benötigt. Das Problem dabei: Im Großteil der heute bestehenden Kälteanlagen werden klimaschädliche Kältemittel verwendet. Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW) haben in der Regel ein hohes Treibhauspotenzial. Trotzdem werden sie noch immer als Kältemittel in zu vielen Klimaanlagen, Kälteanlagen oder z. B. Wärmepumpen eingesetzt, obwohl Alternativen verfügbar sind und der Einsatz ein Risiko für Marktteilnehmer darstellt. Deshalb sollen besonders treibhauswirksame HFKW reduziert oder ersetzt werden.

So wird bis zum Jahr 2030 die Menge der CO2-Äquivalente der HFKW (und damit ihr Beitrag zum Treibhauseffekt) schrittweise um rund 80 Prozent gegenüber der für das Jahr 2015 festgelegten Ausgangsmenge beschränkt. Dieses „Phase Down“ ist eine der zentralen Auswirkungen der seit 2015 gültigen europäischen F-Gas-Verordnung. Die Verordnung stellt einen Teil der Klimaschutzmaßnahmen der europäischen Kommission dar und leistet auch international einen Beitrag zum Klimaschutz. Um vor diesem Hintergrund bereits heute zukunftsfähig zu planen und zu bauen, ist es wichtig, solche Problempotenziale in den heutigen Planungen auszuschließen und auch bei der Sanierung von Gebäuden entsprechende alternative Konzepte bzw. Kühlmittel vorzusehen.

Neben Kältemitteln hat der Energieverbrauch einen (sogar noch größeren) Anteil an CO2-äquivalenten Emissionen. Der Strom, der heute für Klimaanlagen weltweit verbraucht wird, entspricht zweieinhalb Mal dem Stromverbrauch von ganz Afrika. Schätzungen gehen davon aus, dass sich der Energiebedarf bis 2050 verdreifachen wird. Etwa, weil von den 2,8 Milliarden Menschen, die in den heißesten Regionen der Welt leben, im Moment nur acht Prozent eine Klimaanlage besitzen.

Diesen Trends gilt es aktiv entgegenzuwirken und zwar mit jedem Projekt und in allen Klimazonen.

Das aktive Kühlen von Gebäuden sollte soweit es geht vermieden werden und wenn, dann nur unter Verwendung von natürlichen Kältemitteln bzw. natürlichen Kältequellen erfolgen.

Aktives Kühlen von Gebäuden belastet Klima und Umwelt. Doch es gibt Alternativen. Und es lässt sich sogar ganz vermeiden.

Natürliche Kältemittel

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Die CAALA GmbH ist ein Münchner Software- und Beratungsunternehmen, dass sich auf die energetische, ökologische und wirtschaftliche Lebenszyklusanalyse von Gebäuden spezialisiert hat. Die CAALA Software ist eine preisgekrönte Software für die parametrische Ökobilanzierung, Betriebsenergieberechnung und Lebenszykluskostenanalyse in Echtzeit. Aufbauend auf CAD und BIM Software, unterstützt die CAALA Software  Planer und Entscheidungsträger dabei in frühen Planungsphasen von Neubau- und Sanierungsprojekten fundierte Entscheidungen zu treffen. Über das CAALA Energie- und Nachhaltigkeitsberaternetzwerk unterstützt die CAALA GmbH zudem die Realisierung von Projekten mit komplementären Leistungen wie der Energieausweiserstellung, KfW-Baubegleitung und DGNB Zertifizierungen.

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Philipp Hollberg, info@caala.de

Die Emissionen aus der Herstellung, dem Transport, der Verarbeitung und der Nutzung sowie dem Lebensende der Baumaterialien, werden häufig auch als graue Emissionen bezeichnet. Diese fallen bei jedem Bauprodukt an und sind ein Teilelement in der Gesamtbilanz eines Gebäudes während seiner voraussichtlichen Nutzung. Das Ziel der Klimaneutralität kann folglich nur bei der zeitlichen Betrachtung des gesamten Lebenszyklus bzw. der Nutzungszeit erreicht werden, nämlich nur dann, wenn alle CO2-Emissionen vollständig erfasst und über einen klimapositiven Gebäudebetrieb bilanziell ausgeglichen werden. Dies bedeutet, dass bei einem Neubau oder bei einer Sanierung die durch Herstellung, Nutzung und Lebensende entstandenen CO2-Emissionen ermittelt werden müssen. Und diese können nur über eine konsequente Überproduktion von Energie am Standort und Vermeidung von CO2-Emissionen an anderer Stelle über die Zeit kompensiert werden. Derart optimierte Gebäude tragen aktiv zur Klima- und Energiewende bei und kompensieren an Ort und Stelle.

Dieser vermeintlich einfachen Definition folgend ist es je nach Gebäudetyp sehr anspruchsvoll, den Status „klimaneutral“ zu erreichen. Bedingt es doch, dass auf dem Grundstück in ausreichend großem Maß Energie erzeugt wird. Dies kann, je nach Lage und Geometrie sowie bei sehr hohen nutzungsbedingten Energieverbräuchen, jedoch eine große Herausforderung sein. Vor diesem Hintergrund ist auch die Energieeffizienz ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Der Konstruktionsrechner hilft dabei, einen niedrigen CO2-Fußabdruck von Bauteilen zu erreichen. Diese wichtige Optimierung sollte aber auch immer begleitet werden von weiteren Überlegungen, wie zum Beispiel suffizienter Umgang mit Flächen, kreislauffähigen Konstruktionen, flexibler Nutzung oder geringen Materialverbräuchen.

Grundsätzlich ist bei der Auswahl der eingesetzten Baumaterialien hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen immer zu beachten, dass verschiedene Materialien hinsichtlich ihrer Funktionalität oftmals unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Vor diesem Hintergrund ist für die Vergleiche auch dieser Aspekt zu betrachten, ebenso wie die Frage der Kosten, Verfügbarkeit, Dauerhaftigkeit und der Transportwege.

Der hier zur Verfügung gestellte graue Emissionsrechner ermöglicht es, überschlägig verschiedene Bauteile, Bauelemente oder Konstruktionen hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen aus der Herstellung, ihrer Nutzung und ihrem Lebensende zu vergleichen.

Die mit diesem intuitiv bedienbaren Werkzeug möglichen Ermittlungen von CO2-Emissionen unterstützen klimaschutzorientierte Entscheidungsprozesse auf Bauteilebene. Eine zusätzliche Gesamtbilanz von Gebäuden ist zu empfehlen, um alle funktionalen Aspekte abzubilden. Die Gesamtbilanz ist Teil der CAALA Softwareversionen „Pro“ und „Expert”.

Das Tool ist kostenfrei nutzbar, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Zudem ist dieses mit allen gängigen CAD-Programmen kompatibel. Bei technischen Fragen und zur Anwendung wenden Sie sich bitte direkt an Philipp Hollberg, info@caala.de.

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2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie werden Personen weltweit zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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Wir brauchen die Zielgröße CO2 für unsere Planungen und Bewertungen, denn die Welt hat kein Energie-, sondern ein Emissionsproblem.

Global verwenden Gebäude und der Bausektor mehr als ein Drittel der gesamten Endenergie und sind damit für fast 40 Prozent aller energie- und prozessbasierten CO2-Emissionen verantwortlich. Gleichzeitig wird prognostiziert, dass der Gebäudebestand sich bis zum Jahr 2050 gegenüber heute verdoppeln wird (International Energy Agency IEA, 2019 Global Status Report for Buildings and Construction, 2019). Um den Wandel des globalen Klimas auf ein noch verträgliches Maß einzudämmen, sind wir aufgefordert, einerseits massive Reduktionen der aktuellen CO2-Emissionen zu erreichen, andererseits müssen wir auch alle kommenden Aktivitäten, auch das Bauen, Umbauen, Sanieren und Betreiben von Gebäuden, mindestens an den im Paris-Abkommen vertraglich vereinbarten Klimaschutzzielen orientieren.

Quelle: DGNB Rahmenwerk für klimaneutrale Gebäude und Quartiere

Deshalb gilt: Wenn die CO2-Emissionen reduziert und Grenzwerte, die sich von wissenschaftlichen Erkenntnissen ableiten lassen, eingehalten werden sollen, müssen die Anforderungen an Gebäudeneubau und -sanierung auf ebendiese ausgerichtet sein. Daher sollte nicht länger der Primärenergiebedarf eines Gebäudes der Maßstab sein, wie es das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgibt. Diese Denk- und Rechenweise resultiert noch aus Zeiten der Ölkrise der 1970er Jahre, als es vor allem darum ging, effizienter zu werden. Heute geht es um viel mehr als Energieeffizienz. Es geht um Klimaschutz, was konsequenterweise eine andere Zielgröße erfordert: die CO2-Emissionen. Nur so erhalten wir die planerischen und gestalterischen Freiräume für die richtigen, sinnvollen Konzepte und die erforderlichen Innovationen.

Dass ein energetisch optimiertes Bürogebäude mit umfassender IT-Infrastruktur höhere CO2-Emissionen aus Nutzeranwendungen aufweist als aus dem übrigen Gebäudebetrieb (Heizen, Kühlen, Warmwasser), ist keine Seltenheit. Diese internen Prozesse und Ausstattungen gehören konsequenterweise in das Gesamtsystem Gebäude und sollten nicht getrennt geplant, optimiert oder betrieben werden. Wird nur ein Teil der Energieströme und der resultierenden CO2-Emissionen betrachtet, kann die Versorgung mit CO2-freier Energie nicht sichergestellt werden und konsequenterweise nicht von „CO2-Neutralität“ gesprochen werden. Aus diesem Grund muss die Nutzerenergie bei der klimaschutzorientierten Planung von Gebäuden berücksichtigt werden. 

Alle Prozesse, bei denen Energie aus fossilen Brennstoffen eingesetzt wird, erzeugen Treibhausgase. Das relevanteste Treibhausgas ist mit über 80 Prozent Anteil an den globalen Emissionsmengen das klimaschädliche CO2. Je nachdem, welcher Energieträger und welche Energieform zum Einsatz kommt, variiert die Menge an CO2, die bei der Erzeugung und Nutzung verursacht wird. Dies bedeutet, dass ein Gebäude rechnerisch nur über eine Bilanzierung auf der Zeitachse klimaneutral werden bzw. sein kann – und zwar über die Gegenüberstellung von jener Menge an CO2-Emissionen, die durch die Nutzung selbst verursacht wird, und jener, die über gebäudenah erzeugte und exportierte CO2-freie Energie bei anderen Nutzern vermieden wird. Für den Betrieb von Gebäuden ist der Betrachtungszeitraum als ein Kalenderjahr definiert.

Um alle Akteure ganz praktisch bei der Realisierung ihrer Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, stellt die DGNB Instrumente bereit, mit denen die CO2-Bilanz als Zustandsermittlung des Gebäudebetriebs berechnet werden kann.

CO2 Bilanzierungsrechner

Die DGNB stellt hier einen CO2-Rechner zur Verfügung, der dabei hilft die CO2-Bilanz zu berechnen. Zudem unterstützt dieses Instrument bei der Darstellung des gebäudeindividuellen Klimaschutzfahrplans und der jährlichen Überprüfung der CO2-Bilanz. Im Rahmen der DGNB Zertifizierung für Gebäude im Betrieb kann das Tool verwendet werden, um die entsprechenden Nachweise für eine CO2-Bilanz zu erbringen.

Wie Sie den Rechner anwenden, können Sie hier nachlesen.

Prinzipdarstellung DGNB Klimaschutzfahrplan

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2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie werden Personen weltweit zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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Die EPEA GmbH hat sich seit der Gründung 1987 in Hamburg durch Prof. Dr. Michael Braungart zu einem internationalen Innovationspartner für umweltverträgliche Produkte, Prozesse, Gebäude und Stadtquartiere entwickelt. Seit 2019 ist die vormalige EPEA Internationale Umweltforschung GmbH Teil der Drees & Sommer-Gruppe und agiert unter der neuen Firmierung EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer. Ihr Ziel: Das Cradle to Cradle®-Designprinzip für die Circular Economy in allen Industriebranchen zu etablieren. Die rund 50 Mitarbeitenden beraten Akteure und Unternehmen aus Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft und entwickeln mit dem Cradle to Cradle®-Designprinzip Lösungen für die Circular Economy. Hierfür wenden sie Wissen aus der Chemie, Biologie und Umweltwissenschaft an, um zum einen Produkte aller Art im Hinblick auf ihre Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit zu entwickeln oder zu optimieren. Zum anderen erstellen sie Konzepte, wie Stoffkreisläufe in Produktionsprozessen, Gebäuden oder Städten geschlossen werden können.

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In den vergangenen Jahren hat der Begriff „Circular Economy” eine längst überfällige, zunehmende Verbreitung gefunden und auch das Bauwesen erreicht.

Das global verbreitete lineare Wirtschaftssystem beruht auf einem Leben auf Pump. Es basiert auf der Verwendung von endlichen Ressourcen und führt dazu, dass durch zunehmenden Konsum und Bevölkerungswachstum die Ressourcen immer knapper werden, die Umweltprobleme sich stetig verschärfen und die globale Ungerechtigkeit drastisch zunimmt.

Statt also wie bisher Ressourcen ungeachtet ihrer Endlichkeit abzubauen und sie nach einer kurzen Nutzungsphase wieder zu entsorgen, sollten wir den Fokus auf den Erhalt der Qualität und die dadurch mögliche Kreislaufführung zwischen den Phasen der Herstellung und der Nutzung legen.

Die Vorteile einer kreislauffähigen gegenüber der linearen Wirtschaftsweise hat die Europäische Kommission auch ins Zentrum ihres European Green Deal gesetzt, dem strategischen Plan, der Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent verhelfen soll. Besonders im Baubereich lassen sich in allen Ländern enorme Verbesserungen für Umwelt, Menschen und Wirtschaft erreichen. Das heutige Handeln im Bau- und Immobilienbereich ist überaus ressourcenverschwendend und emissionsintensiv, häufig wenig auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet und sogar vielfach gesundheitsschädigend. Zudem stärkt es nicht lokale Märkte, und nicht selten werden aus mittel- und langfristiger Perspektive unnötige Kosten verursacht.

Das Konzept der Circular Economy

Die Circular Economy basiert auf dem Cradle-to-Cradle Prinzip und wurde durch die Ellen MacArthur Foundation weitergehend in drei Handlungsfeldern konkretisiert:

  1. Endliche Ressourcen wertschätzen und deren Bestände und Stoffströme kontrollieren, Nutzen dematerialisieren, erneuerbare Rohstoffe nutzen, endliche Ressourcen ersetzen und genutzte wiedergewinnen.
  1. Rohstofferträge erhöhen, indem Kreisläufe geschlossen werden, wobei die höchstmögliche Wertigkeit der Rohstoffe stets erhalten bleibt. Kreisläufe schließen, Nutzen teilen, Nutzen statt Besitzen, Lebensdauer verlängern, Produkte reparieren, Werkstoffe wiederverwenden, aufbereiten, rezyklieren, Abfälle vermeiden. Hierbei werden die Produkte in einen technischen und einen biologischen Raum bzw. Kreislauf kategorisiert. 
  1. Über die konsequente Berücksichtigung von Externalitäten die Effektivität des Systems sicherstellen. Externe Folgen für Mensch (z. B. Gesundheit, Gerechtigkeit) und Umwelt (z. B. Schadstoffe, Emissionen) konsequent einbeziehen.

Die hier zur Verfügung gestellten Checklisten unterstützen alle an einem Bauprojekt Beteiligten, die relevanten Fragen rund um das Thema Circular Economy zum richtigen Zeitpunkt zu adressieren. Viel erreichen lässt sich, wenn umbau- und rückbaufreundlich geplant wird und eine Mehrfachnutzung von Flächen umgesetzt wird.

Planen und Bauen für die Circular Economy

Ein Leitfaden für die richtige Material-und Produktauswahl pro HOAI-Phase

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2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie werden Personen weltweit zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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Weiterführende Informationen:

Weltweit ist der Rückgang der biologischen Vielfalt zu beobachten. Dadurch ist die existenzielle Grundlage für das menschliche Leben gefährdet. Dieser Verlust ist irreversibel (vgl. BMU 2007). Um dem entgegenzuwirken, wurden unter anderem 1992 auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro internationale Ziele zum Erhalt und zur Steigerung der Biodiversität beschlossen, die nun auf lokaler Ebene umgesetzt werden sollen (vgl. UN 1992).

Der sorgsame Umgang mit der Natur durch die Berücksichtigung der Biodiversität auf dem lokalen Baugrundstück erzeugt ein positives Image sowohl extern beim Kunden und bei Besuchern, als auch intern bei Mitarbeitern. Das Wohlbefinden wird durch den Aufenthalt in gesunder und natürlicher Umgebung nachweislich gestärkt, wodurch positive gesundheitliche Effekte erzielt werden.

Auch im städtischen Kontext kann die Biodiversität durch entsprechende Maßnahmen so erhalten oder gefördert werden, dass im Lebensraum Stadt sogar eine vergleichsweise höhere Artenvielfalt erzielt werden kann als z.B. in eher monostrukturierten landschaftlichen oder ländlichen Bereichen mit diesbezüglich wenig wertvollen Ackerflächen. Im Sinne einer ökologisch qualifizierten Dichte können gerade auch mit der Integration von Landschaft und Architektur ein wertvoller Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt geleistet werden.

Neben der Vermeidung von invasiven Pflanzenarten sollten die folgenden Handlungsfelder auf ihre Umsetzbarkeit geprüft bzw. in die Planung integriert werden:

  • Schaffung einer größtmöglichen Biotopflächenqualität durch Vermeidung von versiegelten oder teilversiegelten Flächen. Darüber hinaus Schaffung oder Erhalt von Vegetationsflächen mit Bodenanschluss.

  • Integration von extensiver Dachbegrünung und / oder einer Vertikalbegrünung bis maximal 10m Höhe von Außenwänden und Mauern. 

Gezielte Maßnahmen zur aktiven Ansiedlung neuer und heimischer Tierarten im Rahmen des Bauprojekts auf dem Grundstück des Bauvorhabens oder in seiner unmittelbaren Nähe im Rahmen der Baumaßnahme:

  • Maßnahmen zur aktiven Ansiedlung neuer und heimischer Tierarten direkt am Gebäude (z.B. Nistkästen, Bienenstöcke, Vogelschutzglas etc.).
  • Maßnahmen zur Biotopvernetzung um umgebende Biotope zu verbinden und/oder Bewegungen von Tieren zu ermöglichen.
  • Die Außenfläche wird zur Erhaltung des funktionsfähigen Zustandes und der ökologischen Qualität im Rahmen einer Unterhaltung und Wartung gepflegt und mindestens jährlich kontrolliert.

Erstellung und Umsetzung einer umfassenden und langfristigen Biodiversitätsstrategie für das Gebäude und seiner unmittelbaren Umgebung, die über die im Bebauungsplan oder der Baugenehmigung vorgeschriebenen Maßnahmen hinausgeht und die zukünftige Standortentwicklung berücksichtigt.

Das Aussterben von Arten wird besonders durch eine unbedachte Kultivierung und Nutzbarmachung der raren, nicht bebauten Flächen beschleunigt. Das Wissen um heimische Pflanzenarten, die bevorzugt gewählt werden sollen, ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der lebensnotwendigen Biodiversität. Die absichtliche Einfuhr und das unbeabsichtigte Einschleppen invasiver Arten werden weltweit nach der Zerstörung von Lebensräumen als die zweitgrößte Gefährdungsursache für die biologische Vielfalt gesehen.

Hier finden Sie eine Liste an Pflanzen, die nicht oder nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen in Deutschland kultiviert werden sollten:

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Die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ist ein Zusammenschluss der 16 Länderarchitektenkammern in Deutschland. Sie vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen von ca. 135.000 Architekten gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

www.bak.de

2007 gegründet, ist die DGNB heute mit rund 1.500 Mitgliedsorganisationen Europas größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen. Ziel des Vereins ist es, Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu fördern und im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Mit dem DGNB Zertifizierungssystem hat die unabhängige Non-Profit-Organisation ein Planungs- und Optimierungstool zur Bewertung nachhaltiger Gebäude und Quartiere entwickelt, das dabei hilft, die reale Nachhaltigkeit in Bauprojekten zu erhöhen. Dabei fußt das DGNB System auf einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis, das die Umwelt, den Menschen und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen einbezieht. Über die Fort- und Weiterbildungsplattform DGNB Akademie werden Personen weltweit zu Experten für nachhaltiges Bauen qualifiziert.

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