Einem Großteil der Neubauten oder Sanierungsmaßnahmen geht heute ein Rückbau voraus. In der Planungspraxis bleibt er jedoch oftmals noch unberücksichtigt. Um Stoffströme konsequent zu schließen, eine höhere Wertigkeit der Bausubstanz zu fördern und Lösungen im Sinne einer zirkulären Bau- und Immobilienwirtschaft auf allen beteiligten Ebenen zu etablieren, bedarf es eines systematischen Blicks auf die Planung von Rückbaumaßnahmen. Es geht um den Schutz und die Bewahrung von Bausubstanz genauso wie die Wertschätzung gegenüber den Materialien.

Die hier zur Verfügung gestellte Checkliste unterstützt alle an einem (Teil-)Rückbau Beteiligten, die Aspekte, die einen nachhaltigen Gebäuderückbau ausmachen, bereits zu Planungsbeginn zu berücksichtigen und systematisch umzusetzen.

Nachhaltigkeit von Anfang an in Bauprozesse zu integrieren bedeutet, bereits bei Planung und Beschaffung ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept zu berücksichtigen. Die folgenden Checklisten liefern Impulse und konkrete Fragestellungen, um die Themen Klimaschutz, langfristige Wirtschaftlichkeit und gesunde Innenräume im Rahmen öffentlicher Planungs- und Beschaffungsprozesse über geeignete bereits vorhandene Instrumente zu adressieren. Es handelt sich dabei um Auszüge aus der “Handreichung nachhaltigkeitsorientierte Planung und Beschaffung”, die die DGNB im Rahmen des Projektes LIFE Level(s) erstellt hat.

Zusätzlich unterstützt der Werkzeugkasten engagierte Städte und Gemeinden bei der Zielsetzung und der Umsetzung dieser Themen in der Praxis.

Förderhinweis: Die zur Verfügung gestellten Instrumente sind im Kontext des Förderprojekts LIFE Level(s) entstanden.

HINWEIS: Dieses Projekt wurde im Rahmen des LIFE-Programms unter der Grant Agreement-Nummer LIFE 18 GIE/ES/000911 Life for LLL(s) gefördert.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Die Unterstützung der Europäischen Kommission für die Erstellung dieser Veröffentlichung stellt keine Billigung des Inhalts dar, der ausschließlich die Ansichten der Autoren widerspiegelt, und die Kommission kann nicht für die Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich gemacht werden.

Solar-Gründächer bringen zahlreiche Vorteile im Bereich des Regenwassermanagements, der Energiewende oder auch der Erhaltung der Artenvielfalt mit. Bei der Planung und dem Anlegen eines Solar-Gründachs müssen allerdings einige Aspekte besonders beachtet und Fallstricke vermieden werden. Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) hat daher in einer 4-seitigen Broschüre die wichtigsten Tipps zusammengestellt, worauf bei einem Solar-Gründach geachtet werden sollte. Bei der kurzen Broschüre BuGG-Fokus “Solar Gründach” handelt es sich um Auszüge aus der BuGG-Fachinformation “Solar-Gründach”.

Die Broschüre BuGG-Fokus “Solar-Gründach” kann neben weiteren Veröffentlichungen auch über die Website des BuGG bezogen werden.

Die Forschungsgruppe EINFACH BAUEN an der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. Florian Nagler befasst sich mit der Frage, ob wir mit etwas reduzierten Ansprüchen und einfacheren, aber robusteren baulichen Mitteln zu schönen, gut bewohnbaren Häusern gelangen, und dabei, durch einen angemessenen Energie- und Ressourcenverbrauch, unserer Verantwortung für die gebaute Umwelt gerecht werden. Die folgenden sechs Prinzipien des einfachen Bauens sind die Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung, die in einem Leitfaden für alle Akteure des Bausektors anschaulich dargestellt werden:

1. Kompaktheit

Hüllfläche reduzieren; bauliche Dichte erhöhen

Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

2. Fenster

Glasfläche der Fenster = 10 – 15 Prozent der zu belichtenden Raumfläche; auf Sonnenschutzverglasung verzichten

Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

3. Thermische Trägheit

Eine schwere Bauweise speichert die Temperatur -> über Nachtlüftung kühlt die thermische Masse ab

Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

4. Robuste Technik

Robuste und reduzierte Techniksysteme einsetzen; Nutzerverhalten berücksichtigen

Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

5. Systemtrennung

An zukünftige Nutzungen denken, Varianten einplanen; technische Systeme von der Konstruktion trennen

Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

6. Materialgerechte Konstruktion

Wenige, sortenreine Bauteilschichten verwenden und zu robusten sowie langlebigen Konstruktionen fügen

  • Links: Beton - übliche Konstruktion; Rechts: Beton - Einfach Bauen.
    Bildquelle: Knecht, K. & Sigrist, D. (2019). Vergleich der beiden Lüftungskonzepte der Siedlung Klee bezüglich Ökologie und Ökonomie. Sustainable Solutions GmbH i.A.v. Baugenossenschaft Hagenbrünneli, Zürich

Einfach zu bauen bedeutet, die Umwelt über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden hinweg zu schonen. Das Ergebnis sind Wohngebäude, die einfach zu bauen und einfach zu nutzen sind. Der Leitfaden ist ein Versuch, die Frage nach der “Zukunft des Bauens” mit dem Ansatz des Einfachen im Sinne von Reduktion und Robustheit zu beantworten. Den Autor:innen ist bewusst, dass sie kein allgemeingültiges Gebäudekonzept liefern können. Vielmehr wollen sie einen Anstoß zu einem iterativen Prozess geben, der jedes Mal einfacher, nachhaltiger und optimierter – kurz gesagt ganzheitlicher – wird.

Die entwickelten Maßnahmen hat das Büro Florian Nagler Architekten an drei Forschungshäusern aus Massivholz, Mauerwerk und Leichtbeton in monolithischer Bauweise umgesetzt. Anhand dieser exemplarischen Wohngebäude erklärt der Leitfaden die sechs Prinzipien, die sich aus der Arbeit der Forschungsgruppe EINFACH BAUEN ableiten.

Beim DGNB Kartenspiel “Nachhaltigkeit macht Schule” schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle von Schulleiterinnen und Schulleitern, die um die Förderung der Nachhaltigkeit an ihrer Schule wetteifern. Ziel ist es, mit Geschick und Verstand möglichst viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen an der eigenen Schule umzusetzen. Duelle, unerwartete Ereignisse und Herausforderungen sowie Wissens- und Schätzfragen bringen Schwung ins Spiel.

Das Spiel “Nachhaltigkeit macht Schule” leistet somit einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es kann von Lehrkräften als Inspiration und als Unterrichtsmaterial mit konkretem Praxisbezug und hohem Aktivierungspotenzial genutzt werden. Das Setting des Spiels ist so nah an der gelebten Erfahrung von Schüler*innen und Lehrer*innen, dass es der nächste logische Schritt sein dürfte, die Maßnahmen und Inhalte des Planspiels in die Praxis zu übertragen.

Über eine strukturierte Vorgehensweise können wir heute Gebäude planen, bauen und betrieben, damit sie klimaneutral bzw. idealerweise klimapositiv werden.

Gebäude werden somit aktive Elemente der Klima- und Energiewende, unabhängig und resilient, und senken nicht nur die CO2-Bilanz des Gebäudes- sondern auch die des Energiesektors.

Der hier zur Verfügung gestellte graue Emissionsrechner ermöglicht es, überschlägig verschiedene Bauteile, Bauelemente oder Konstruktionen hinsichtlich ihrer CO2-Emissionen aus der Herstellung, ihrer Nutzung und ihrem Lebensende zu vergleichen.

Die mit diesem intuitiv bedienbaren Werkzeug möglichen Ermittlungen von CO2-Emissionen unterstützen klimaschutzorientierte Entscheidungsprozesse auf Bauteilebene. Eine zusätzliche Gesamtbilanz von Gebäuden ist zu empfehlen, um alle funktionalen Aspekte abzubilden. Die Gesamtbilanz ist Teil der CAALA Softwareversionen „Pro“ und „Expert”.

Das Tool ist kostenfrei nutzbar, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Zudem ist dieses mit allen gängigen CAD-Programmen kompatibel. Bei technischen Fragen und zur Anwendung wenden Sie sich bitte direkt an Philipp Hollberg, info@caala.de.

Um alle Akteure ganz praktisch bei der Realisierung ihrer Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, stellt die DGNB Instrumente bereit, mit denen die CO2-Bilanz als Zustandsermittlung des Gebäudebetriebs berechnet werden kann.

CO2 Bilanzierungsrechner

Die DGNB stellt hier einen CO2-Rechner zur Verfügung, der dabei hilft die CO2-Bilanz zu berechnen. Zudem unterstützt dieses Instrument bei der Darstellung des gebäudeindividuellen Klimaschutzfahrplans und der jährlichen Überprüfung der CO2-Bilanz. Im Rahmen der DGNB Zertifizierung für Gebäude im Betrieb kann das Tool verwendet werden, um die entsprechenden Nachweise für eine CO2-Bilanz zu erbringen.

Wie Sie den Rechner anwenden, können Sie hier nachlesen.

Prinzipdarstellung DGNB Klimaschutzfahrplan

Die hier zur Verfügung gestellte Checkliste unterstützt Akteure und Akteurinnen der Bau- und Immobilienwirtschaft, projektindividuelle Ziele frühzeitig festzulegen und zirkuläre Strategien in ihren Projekten umzusetzen.


Viel erreichen lässt sich bereits, wenn umbau- und rückbaufreundlich geplant und eine Mehrfachnutzung von Flächen umgesetzt wird. Für diese beiden Themen bieten die folgenden Checklisten konkrete Fragestellungen, um die relevanten Aspekte zum richtigen Zeitpunkt zu adressieren.

Planen und Bauen für die Circular Economy

Ein Leitfaden für die richtige Material- und Produktauswahl pro HOAI-Phase

Das Aussterben von Arten wird besonders durch eine unbedachte Kultivierung und Nutzbarmachung der raren, nicht bebauten Flächen beschleunigt. Das Wissen um heimische Pflanzenarten, die bevorzugt gewählt werden sollen, ist ein wichtiger Schritt für den Erhalt der lebensnotwendigen Biodiversität. Die absichtliche Einfuhr und das unbeabsichtigte Einschleppen invasiver Arten werden weltweit nach der Zerstörung von Lebensräumen als die zweitgrößte Gefährdungsursache für die biologische Vielfalt gesehen.

Hier finden Sie eine Liste an Pflanzen, die nicht oder nur mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen in Deutschland kultiviert werden sollten:

Mit der Deklaration Nachhaltigkeit werden die Nachhaltigkeitsziele zwischen Bauherrn und Architekt zu einem frühen Planungsstand festgelegt.

Die Deklaration Nachhaltigkeit ist Kernelement der Initiative “Phase Nachhaltigkeit” der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. und der Bundesarchitektenkammer. Ziel der Initiative ist die Transformation der aktuellen Planungs- und Baukultur hin zum nachhaltigen Bauen als neuem Normal. Wir wollen und brauchen jetzt den Paradigmenwechsel: Weg von Statements, hin zum realen Handeln!